
Fakten & Zahlen
Wissen schafft Verständnis. Für einen offenen Umgang mit Suizidalität.
Warum Wissen wichtig ist
Mehr als 10.000
Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr durch Suizid.
In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Damit ist Suizid eine der häufigsten Todesursachen überhaupt und gleichzeitig eine, über die in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer zu wenig gesprochen wird.
Die Zahl der Suizidversuche ist nach Schätzungen mindestens zehnmal so hoch. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer, da nicht alle Suizidversuche erfasst und nicht alle Fälle in der Statistik sichtbar werden.
Diese Zahlen machen deutlich, dass Suizidalität ein gravierendes gesellschaftliches Problem ist, das viele Menschen und ihre Angehörigen betrifft.
Was diese Zahlen bedeuten
Rechnet man diese Daten auf den Alltag herunter, wird das Ausmaß noch klarer. In Deutschland starb im Jahr 2025 durchschnittlich etwa alle 46 Minuten ein Mensch durch Suizid. Schätzungen zufolge kommt es etwa alle fünf Minuten zu einem Suizidversuch.
Damit starben in Deutschland im Jahr 2025 mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag, illegale Drogen und Aids zusammen.
Diese Dimension unterstreicht, dass es sich nicht um ein Randthema handelt, sondern um eine ernsthafte Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.
Quelle: Daus, Müller & Fiedler (2026), „Suizide in Deutschland 2025“, NaSPro, S. 6–7. Zeitangaben sind rechnerische Durchschnittswerte. Suizidversuche sind geschätzt. Auch der Vergleichswert für Aids beruht auf einer Schätzung.
Suizidalität in Schleswig-Holstein
Besonders relevant ist die Situation in Schleswig-Holstein. Im Jahr 2025 starben hier 484 Menschen durch Suizid. Mit einer Suizidrate von 16,4 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt das Land über dem Bundesdurchschnitt von 13,6.
Schleswig-Holstein hatte damit 2025 die höchste ausgewiesene Suizidrate der Bundesländer.
Diese Zahlen zeigen, dass Suizidprävention in unserem Bundesland besondere Aufmerksamkeit erfordert. Die Raten sind nicht altersstandardisiert. Unterschiede zwischen den Bundesländern lassen sich deshalb nicht allein aus diesem Vergleich erklären.

Entwicklung über die Jahre
Die Zahl der Suizide in Deutschland hat sich über die Jahre verändert. Nach einem langfristigen Rückgang stieg sie zuletzt wieder an. Im Jahr 2021 wurden 9.215 Suizide erfasst, im Jahr 2025 waren es 11.334. Gegenüber 2024 mit 10.372 Suiziden entspricht das einem Anstieg um rund 9,3 Prozent.

Aus der Entwicklung allein lassen sich keine eindeutigen Ursachen ableiten. Auch Veränderungen der Bevölkerungsgröße und Altersstruktur sind bei der Einordnung zu berücksichtigen.
Alter und Geschlecht
Suizidalität betrifft Menschen unterschiedlichen Alters. In den erfassten Suizidzahlen zeigen sich Unterschiede nach Geschlecht und Lebensalter.
69,2 %
der 2025 durch Suizid verstorbenen Menschen waren Männer. Das entspricht 7.846 Menschen.
30,8 %
der 2025 durch Suizid verstorbenen Menschen waren Frauen. Das entspricht 3.488 Menschen.
5.510
Menschen, die 2025 durch Suizid starben, waren mindestens 65 Jahre alt.
Diese Angaben beschreiben die erfassten Todesfälle. Sie erlauben keine Aussage darüber, wie häufig Menschen einer Gruppe Suizidgedanken haben oder einen Suizidversuch unternehmen.
Quelle: Daus, Müller & Fiedler (2026), „Suizide in Deutschland 2025“, NaSPro, S. 12 und 15. Die Statistik weist die Kategorien männlich und weiblich aus.
Zahlen richtig einordnen
Was bedeutet Suizidrate?
Die Suizidrate gibt an, wie viele Menschen einer Bevölkerungsgruppe innerhalb eines Jahres je 100.000 Einwohner durch Suizid gestorben sind. Dadurch lassen sich unterschiedlich große Bevölkerungsgruppen vergleichen. Die hier gezeigten Raten sind nicht altersstandardisiert. Unterschiede in der Altersstruktur werden damit nicht ausgeglichen.
Warum sind Angaben zu Suizidversuchen Schätzungen?
Suizidversuche werden in Deutschland nicht systematisch vollständig erfasst. Die genannten Größenordnungen beruhen auf Schätzungen aus Untersuchungen in kleineren Erhebungsgebieten. Sie dürfen nicht wie eine genaue amtliche Fallzahl gelesen werden.
Was können diese Zahlen nicht zeigen?
Die Todesursachenstatistik erfasst Todesfälle. Aus ihr lässt sich weder die Häufigkeit von Suizidgedanken noch die gesamte psychische Belastung einer Bevölkerungsgruppe ableiten. Auch Ursachen einzelner Entwicklungen können aus den Zahlen allein nicht bestimmt werden.
Warum können einzelne Summen voneinander abweichen?
Zum Schutz vor Rückschlüssen auf einzelne Personen verändert das Statistische Bundesamt seit 2025 manche Tabellenwerte geringfügig mit einem statistischen Verfahren. Deshalb können Einzelwerte und Gesamtsummen leicht voneinander abweichen.
Quelle: Daus, Müller & Fiedler (2026), „Suizide in Deutschland 2025“, NaSPro, S. 3–5 und 26. Version 1, Stand Oktober 2026. Die Auswertung kann später aktualisiert werden.

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