Betroffene

Zu viel. Zu Schwer.

Im Leben begegnen einem immer wieder Herausforderungen. Oft kommt dabei alles auf einmal. Häuft sich. Wird möglicherweise viel zu viel. Aus einer anfänglichen Überforderung schleicht sich eine völlige Erschöpfung ein. Kennst du das auch? Bist du womöglich an einem Punkt, an dem du nicht mehr weiterweißt? Stellst du dir die Frage, wie du das alles schaffen sollst? Bewältigen kannst? Fehlt dir eine Perspektive oder womöglich sogar der Sinn? Hast du schonmal mit dem Gedanken gespielt dein Leben zu beenden oder es schon versucht? Das alles kann sehr beängstigend sein und dich hilflos fühlen lassen.

Keiner versteht mich! Keiner hilft mir!

Überforderung und Hilflosigkeit führen oft zu dem Wunsch, gehört zu werden. Verstanden zu werden. Vielleicht auch, dass jemand kommt und mir die Last abnimmt. Mir hilft. Schließlich weiß ich doch nicht weiter. Was ich tun kann oder wo ich ansetzten soll. Es ist wichtig, in einer solchen Situation nicht allein zu sein. Hilfe gibt es, wir können dir zeigen wo du welche findest.

Du bist nicht allein. Du darfst dir Hilfe suchen.

Reden hilft!

Es bedarf einiges an Mut über die eigenen Gefühle zu sprechen. Kraft die Sorgen mitzuteilen. Die eigene Suizidalität zu benennen. Vertrauen sich jemandem zu öffnen. Doch reden hilft. Erleichtert oft direkt. Du darfst dich mitteilen. Raum einnehmen. Gemeinsam mit deinen Liebsten oder mit Fachpersonal kannst du Lösungen finden. Erste Schritte in die richtige Richtung gehen. Neue Perspektiven schaffen.

Hilfe suchen erfordert Mut.

Sei mutig.

Es gibt bereits viele Hilfsangebote, oft fällt es schwer diese zu finden. Wir wollen dir in Zukunft helfen diese zu finden.

Du bist nicht allein.

Viele Menschen haben einen Teil des Weges, der vor dir liegt, schon hinter sich. Bei Mutpost findest du Briefe von anderen Betroffenen, die dir möglicherweise etwas Trost spenden können. Das Gefühl verstanden zu werden.

Was kann ich tun bei Suizidgedanken?

Sorgst du für dich selbst?

Je lauter die Gedanken und das Chaos im Kopf werden, desto schwieriger ist es einen klaren Kopf zu bewahren. Etwas für sich selbst zu tun. Das ist völlig verständlich. Hier findest du einige Möglichkeiten, wie du dir selbst etwas Gutes tun kannst. Entlastung schaffen kannst.

Du kannst etwas tun. Du kannst etwas verändern.
Du kannst Verantwortung für dich selbst übernehmen

Gemeinsam statt Einsam

Menschen, die belastet sind, neigen dazu sich sozial zurückzuziehen. Treffen abzusagen. „Wie geht´s dir?“ Fragen auszuweichen. Das ist verständlich, doch macht einsam. Trau dich mit anderen über deine Gefühle zu reden. Oder auch nur in Gesellschaft zu sein. Gehe raus. Gehe in den Kontakt.

Ich bin nicht mein Gefühl, sondern ich habe ein Gefühl

Gefühle sind stark und einnehmend. Wirken unveränderbar. Daher kann der Eindruck entstehen, dass sie für immer so bleiben. Sie spiegeln jedoch oft nur die aktuelle Situation wider. Sobald sich die Situation verändert, können sich deine Gefühle mit verändern.

Skills

Hast du schonmal probiert deinen Stress zu reduzieren? 
Schon kleine Handlungen können dazu führen akuten Stress zu reduzieren. Ein Spaziergang, eine eiskalte Dusche oder dein Lieblingsduft. Skills sind Fertigkeiten sowie Techniken, die in unangenehmen Situationen Entlastung schaffen können. Was genau helfen kann ist individuell. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Du kannst dir eine Art Skills Koffer zusammenstellen mit Dingen, die für dich sinnvoll sind. Wenn der Stress dann unerträglich wird ist der Koffer nicht weit.

Fühlen, Denken, Handeln

Unsere Gefühle, Gedanken und unser Verhalten sind eng miteinander verbunden. Das eine bedingt das andere. Wenn du dich schlecht fühlst, folgen meist negative Gedanken und es fällt dir wahrscheinlich schwer dich zu motivieren etwas Gutes für dich selbst zu tun. Im Gegensatz dazu kann dieser Kreislauf auch gegenteilig genutzt werden. Wenn du aktiv wirst, beispielsweise raus gehst, kann das zu einem besseren Gefühl führen. Gedanken wie „Das habe ich geschafft!“ verändern die eigene Bewertung und haben so Einfluss auf das Gefühl. Auch wenn es herausfordernd sein kann, ist es sinnvoll beim Handeln anzusetzen. Sei mutig. Überwinde dich, etwas Gutes für dich zu tun. Es lohnt sich.

Notfallplan

In einer akuten Krise steht das Leben Kopf und die Gedanken fahren Achterbahn. Für solche Situationen ist ein Notfallplan sinnvoll. Auf ihm kannst du dir wichtige Warnzeichen, Kontakte, Telefonnummern sowie Strategien notieren, die dir in suizidalen Krisen helfen können. Sicherheit geben können. Du kannst den Plan immer bei dir tragen, dann ist er nicht weit, wenn du ihn brauchst.

Wenn es dir hilft, kannst du den Notfallplan zusammen mit einer Bezugsperson oder einer Fachkraft ausfüllen. Du darfst dir Unterstützung suchen.

Stadt-Land-Glück

Perspektive schaffen

In einer Krise ist es besonders herausfordernd neben den ganzen Belastungen auch die kleinen Lichtblicke zu sehen. Eine Perspektive zu schaffen. Umso wichtiger ist es den eigenen Blick zu schulen. Auf die Suche zu gehen nach den eigenen Ressourcen und kleinen Freuden, sind sie noch so klein.

Mit Stadt – Land – Glück findest du vielleicht ein paar neue Perspektiven für dich.

 

Wie konnte es soweit kommen?

Fassmodell

Eine Lebenskrise kann sich langsam einschleichen oder mit voller Wucht einschlagen. In beiden Fällen ist sie meist erschreckend und wirkt unüberwindbar. Die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ ist in einer solchen Situation nicht unüblich. Das Fassmodell kann eine Antwort bieten.

Wir alle haben ein Fass in uns, welches den Stress, der uns Tag täglich begegnet auffangen kann. Putzen, der Besuch bei der Hausärztin, die lange Busfahrt zur Arbeit, das Bezahlen von Rechnungen oder ein großer Streit, alles kostet Energie und fließt wie Wasser in unser Fass.

Wenn es uns mental gut geht, können wir die Alltagsaufgaben gut bewältigen und haben noch Kapazitäten frei. Wenn es uns jedoch schlecht geht, befindet sich eine höhere Grundmenge an Wasser im Fass. Eine grundsätzliche Erschöpfung. Für all die Herausforderungen, für all das Wasser ist nicht mehr viel Platz. Die Belastbarkeit nimmt ab. Wenn dann die Herausforderungen zunehmen, ist das Fass schnell voll oder läuft womöglich über. Die Überforderung ist nicht weit. Pausen, Selbstfürsorge sowie professionelle Unterstützung können helfen das Ventil wiederzufinden, um das Wasser nach und nach abfließen zu lassen.